Projektgruppe am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Projektleitung:

Professor Dr. med. Angela Krackhardt
Klinikum rechts der Isar der TU München
III. Medizinische Klinik & Poliklinik
Hämatologie & Internistische Onkologie
Ismaningerstraße 15
81675 München
Tel:  +49 / 89 / 41 40 – 41 24
Fax: +49 / 89 / 41 40 – 48 79
angela.krackhardt@lrz.tu-muenchen.de
www.med.tu-muenchen.de

Projekt:

„Entwicklung von adoptiven T-Zell-Therapien bei Patientinnen mit HER2/neu-überexprimierndem Brustkrebs“

Hintergrund

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau und für ca. 18% aller Krebstodesfälle verantwortlich. Die Entwicklung neuer Therapieformen ist daher dringend erforderlich.
Immuntherapien haben in den letzten Jahren zunehmend einen wichtigen Stellenwert bei der Therapie von Tumorerkrankungen erworben. Ein sehr wirksames und spezifisches Werkzeug des Immunsystems stellen die T-Lymphozyten dar, die insbesondere in der körpereigenen Abwehr von viralen und vermutlich auch malignen Erkrankungen von wichtiger Bedeutung sind.
Die im Rahmen einer allogenen Stammzelltransplantation übertragenen T-Lymphozyten können sogar im fortgeschrittenen Stadium einer Krebserkrankung eine Heilung bewirken. Ihre Wirksamkeit konnte auch am Beispiel Brustkrebs gezeigt werden. Das Tumor-assoziierte Antigen HER2/neu stellt eine gut geprüfte Zielscheibe für T-Lymphozyten-vermittelte Immunreaktionen dar.

Ziel

Ziel des Projektes ist die Vorbereitung und Durchführung einer Phase I - Studie zur Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs mit Hilfe der adoptiven T-Zell-Therapie nach Impfung mit Peptiden, die von dem Tumor-assoziierten Antigen HER2/neu abstammen.
Hierbei soll geprüft werden, ob

  1. ausreichend T-Lymphozyten außerhalb des Körpers nach Peptid-Impfung angereichert werden können,
  2. die therapeutische Gabe der angereicherten T-Lymphozyten sicher und nebenwirkungsarm ist und
  3. spezifische T-Zell-Rezeptoren identifiziert werden können, die einen Anti-Tumor-Effekt auslösen können.

In der ersten Projektphase findet die genaue Planung und Vorbereitung der Studie statt.

Vorgehensweise

10 Patientinnen mit einer fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung, für die keine Heilungsaussicht besteht, werden in die Studie eingeschlossen. Die Patientinnen werden mit einer Kombination aus verschiedenen Peptiden, die von HER2/neu abstammen, sowie dem Immunstimulans GM-CSF geimpft. Im Anschluss werden die T-Lymphozyten mit Hilfe einer Leukozytenaphärese gesammelt und außerhalb des Körpers expandiert. Die expandierten T-Lymphozyten werden in Hinblick auf Spezifität und Reaktivität genau charakterisiert.
Die Patientinnen werden dann mit einer milden Chemotherapie behandelt und erhalten die expandierten T-Lymphozyten zurück. Im Anschluss wird eingehend geprüft, ob und welche Nebenwirkungen auftreten, wie lange die spezifischen T-Lymphozyten im Körper nachweisbar sind und ob ein Ansprechen der Erkrankung auf die Therapie zu beobachten ist.
Bei Patientinnen, die ein Ansprechen zeigen, wird das T-Zell-Rezeptor-Repertoire genau untersucht, um T-Zell-Rezeptoren zu identifizieren und zu charakterisieren, die eine hohe Anti-Tumor-Aktivität innehaben. Mit Hilfe des T-Zell-Rezeptor-Transfers könnten diese T-Zell-Rezeptoren zukünftig auch bei Patientinnen zum Einsatz kommen, die selbst keine effektive Immunantwort hervorbringen können.

Bayerisches Immuntherapie-Netzwerk