30.06.2010
Für ihre Forschungsarbeiten zur Stimulierung bestimmter Immunzellen im Kampf gegen Tumorzellen wurde PD Dr. Dr. Carole Bourquin von der Abteilung für Klinische Pharmakologie, Klinikum der Universität München, der mit 25.000 Euro dotierte Georg Heberer Award 2010 verliehen. Die Oberärztin und Nachwuchswissenschaftlerin erhielt die Auszeichnung für einen innovativen Ansatz zur Krebstherapie. Ziel ist hierbei, die angeborene Immunabwehr des Patienten mit Hilfe synthetisch hergestellter Moleküle zu stimulieren, um die Tumorerkrankung zu bekämpfen. Vor allem in Kombination mit einer chirurgischen Entfernung der Geschwulst könnte diese Strategie die Effizienz der Therapie beträchtlich steigern. Tatsächlich hat die in der Fachzeitschrift „Journal of Immunology“ erschienene Arbeit im Tumormodell gezeigt, dass der von Bourquin und ihrem Team entwickelte Ansatz das Tumorwachstum hemmen kann.
Zu den Hauptaufgaben des angeborenen Immunsystems gehört es, bei einer drohenden Infektion Alarm zu schlagen und die Körperabwehr gegen die eingedrungenen Erreger zu mobilisieren. Zum Spektrum der ausgelösten Immunantworten gehört auch die Aktivierung natürlicher Killerzellen (NK-Zellen), die infizierte Zellen attackieren – aber auch Krebszellen eliminieren können. Die neuartige Therapie zielt darauf ab, diese natürlichen Abwehrmechanismen gezielt im Kampf gegen Tumorzellen zu nutzen. Das Team um Bourquin setzt dabei auf synthetisch hergestellte, kurze Moleküle aus RNA, eine dem Erbmolekül verwandte Nukleinsäure. Mit Erfolg: Erstmals gelang der Nachweis, dass diese Oligonukleotide NK-Zellen dazu anregen, Tumorzellen zu erkennen und zu eliminieren. Die Studie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Immuntherapie bei Krebserkrankungen.
Der nach dem Chirurgen Prof. Dr. Dr. h.c. Georg Heberer (1920 – 1999) benannte Georg-Heberer-Award der US-amerikanischen Chiles Foundation wurde an der LMU erstmals im Jahr 2000 verliehen. Mit der jährlichen Preisverleihung soll die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen auf dem Gebiet der Chirurgie gefördert werden.
Fast zeitgleich wurde im Rahmen des diesjährigen Jahreskongresses der "European Dialysis and Transplant Association" (EDTA) vom 25. bis zum 28. Juni 2010 in München Professor Dr. Matthias Mack von der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Regensburg für seine Forschungsarbeiten geehrt. Er erhielt den Volhard-Preis und damit die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.